Die Geschichte der Hautklinik

Auf dem heutigen Gelände der Universitätskliniken befand sich seit 1914 das damals neu auf der grünen Wiese errichtete Stadtkrankenhaus Mainz mit einer Hautklinik (damalige offizielle Bezeichnung: Klinik für Hautkrankheiten des Städtischen Krankenhauses Mainz) unter der Leitung des Stadtobermedizinalrates Hugo Müller. Hugo Müller war Jude und dänischer Staatsbürger, er legte 1933 sein Amt nieder und ging zurück nach Dänemark, als sein Nachfolger wurde der damalige Oberarzt J. Fischer berufen.

Im Jahr 1946 wurde im Rahmen der Neugründung der Mainzer Universität das Städtische Krankenhaus zum Universitätsklinikum umgewandelt und Egon Keining als erster Ordinarius für Dermatologie und Direktor der Hautklinik an der neu gegründeten Universität berufen. Unter heute nicht mehr vorstellbaren Bedingungen gelang es ihm, "mit anfänglich einem Mikroskop" - wie er sich ausdrückte - in 15 Jahren aus einer städtischen Hautabteilung eine für damalige Verhältnisse gut ausgestattete Lehr- und Forschungsstätte zu machen. Oberärzte waren K. Halter und R. Brett, später O. Braun-Falco (Marburg und München) sowie G. Weber (Nürnberg). Die Konzeption seines mit Braun-Falco zusammen verfassten Lehrbuchs der Dermatologie hat bis heute Bestand.

Zum Nachfolger wurde im Jahr 1961 Günter W. Korting berufen. Er konnte aufgrund einer Rufabwendevereinbarung den Neubau der Hautklinik erreichen, der nach einer 7-jährigen Bauphase 1975 bezogen werden konnte. Er war Dekan (1965/66), acht Jahre ärztlicher Direktor des Klinikums, außerdem Mitglied in mehreren nationalen Fachgremien und Redaktionsbeirat in einigen Fachzeitschriften. Er verfasste zahlreiche Lehrbücher, Monographien und Handbuchbeiträge, die teilweise in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Unvergesslich sind allen, die sie gehört haben, seine Vorlesungen. Unter seinem Ordinariat habilitierten sich G. Brehm (Ludwigshafen), H. Holzmann (Frankfurt), R. Denk, K. Bork und P. Schramm.

Nachfolger wurde 1987 Jürgen Knop. Als renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Immunbiologie der Haut legte Prof. Knop besonderen Wert auf den Ausbau der Laboratorien. Unter seiner Leitung etablierten sich verschiedene wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit dem Ziel, ein verbessertes Verständnis der Entstehung und Behandlung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und Tumoren der Haut zu erlangen. Von 1999 bis 2009 war Prof. Knop Sprecher eines Sonderforschungsbereichs für Allergie und Autoimmunität (SFB 548). Forscher der Universitätshautklinik Mainz nehmen heute auf internationalen wissenschaftlichen Treffen eine führende Rolle ein.

Zahlreiche Hablitationen dokumentieren die nach außen sichtbare aktive Forschungstätigkeit der Universitäts-Hautklinik Mainz unter der Leitung von Prof. Knop:
A. Enk (Heidelberg), J. Saloga, D. Becker, Th. Hultsch (Novartis, USA), Th. Tüting (Bonn). K. Steinbrink, H. Jonuleit, R. Ross (Giessen), Th. Pröbstle (Heidelberg), M. Maurer (Berlin), K. Mahnke (Heidelberg) und E. von Stebut.

Seit dem 1.6.2007 wird die Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz KöR von Prof. Dr. med. Stephan Grabbe geleitet.