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Sonderforschungsbereich 548: Analyse und Modulation allergischer und autoimmunologischer Krankheiten

Erkrankungen des atopischen Formenkreises (atopische Dermatitis, allergisches Asthma, allergische Rhinitis) und Autoimmunkrankheiten (z.B. Typ 1-Diabetes, Multiple Sklerose, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, entzündliche Darmerkrankungen) haben in den letzten Jahrzehnten deutlich an Zahl zugenommen. Es handelt sich hierbei um Krankheiten, die in der Regel chronisch persistieren und derzeitig mit wenigen Ausnahmen im Wesentlichen symptomatisch behandelt werden. Beide Krankheitsgruppen beruhen auf einer Dysregulation des Immunsystems; die Analyse dieser Immundysregulation ist zentrales Thema des SFBs. Die Steuerung einer Immunantwort z.B. gegen pathogene Keime beruht auf 3 prinzipiellen Säulen:

  1. den antigenaufnehmenden und –präsentierenden dendritischen Zellen,
  2. der Aktivierung von T-Helferzellen (Th), aber auch regulatorischen T-Zellen (Treg), die Immunantworten stimulieren bzw. beenden, aber auch unerwünschte Immunreaktionen unterdrücken können und
  3. auf stimulierenden oder hemmenden Zytokinen.


Bei Autoimmunkrankheiten bzw. Allergien treten Reaktionen gegen körpereigene Antigene bzw. Allergene auf, die normalerweise vom Immunsystem toleriert werden. Immunregulatorische Defekte, die schließlich zu einer Brechung dieser Toleranz führen, können in allen 3 Bereichen (Dendritische Zellen, Th bzw. Tregs, Zytokine) auftreten. Insbesondere wird in diesem SFB die Interaktion von dendritischen Zellen mit regulatorischen T-Zellen, sowie deren Bedeutung für die Entstehung von allergischen bzw. autoimmunologischen Reaktionen untersucht.

Welche molekularen und funktionellen Eigenschaften haben regulatorische T-Zellen, welche Rolle spielen dendritische Zellen bei der differenzierten Aktivierung von T-Effektor-, aber auch Treg-Zellen und wie ist diese Interaktion bei allergischen bzw. autoimmunologischen Krankheiten gestört? Weitere Untersuchungen beschäftigen sich mit den Signalen, die schließlich zur Induktion bestimmter Zytokine, die allergische oder autoimmunologische Immunantworten verstärken bzw. supprimieren können führen. Hierzu gehören das TGF-β, das Interleukin-10, Interleukin-6, aber auch Interleukin-12, sowie Interferon-γ. Genmanipulierte Mäuse, die für bestimmte Zytokine bzw. deren Rezeptoren defekt sind, werden zur Analyse herangezogen.

Desweiteren werden Untersuchungen am Menschen durchgeführt, die es erlauben, die gewonnenen Erkenntnisse bei der Maus auf die reale Krankheitssituation beim Menschen zu übertragen. Mehrere Projekte entwickeln neue therapeutische Strategien auf der Basis der bisher erhaltenen Befunde. So lassen sich durch die Verwendung bestimmter durch Zytokine veränderter dendritischer Zellen in vivo regulatorische T-Zellen antigenspezifisch induzieren, die wiederum die allergische bzw. autoimmunologische Immunantwort unterdrücken.

In anderen Versuchen werden dendritische Zellen genetisch so verändert, dass sie bestimmte Zytokine oder Oberflächenmoleküle, die Tregs induzieren, exprimieren können und damit in vivo zu einer Dämpfung der pathologischen Immunantwort beitragen. Bestimmte Zytokineffekte, die sich negativ auf das Krankheitsgeschehen auswirken, können über Transkriptionsfaktoren moduliert bzw. über Rezeptor-Antagonisten blockiert werden und damit die Tiere schützen.

Die Strategien, die verfolgt werden, sollen in Zukunft eine ursächliche Behandlung von allergischen und autoimmunologischen Erkrankungen ermöglichen.

Kontakt:

SFB 548
Universitäts-Hautklinik Mainz
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz

Sprecher:

Univ.-Prof. Dr. Peter R. Galle, Tel. 06131-17 7275, Fax 06131-17 5595
E-Mail

Stellvertretender Sprecher:

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Knop, Tel. 06131-17 7112, Fax 06131-17 6614
E-Mail

Verwaltung:

Anja Oberländer, Tel. 06131-17-4412, Fax 06131-17-6629
E-Mail

Hautklinik Mainz für Wissenschaftler
Hautklinik und Poliklinik

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz KöR
Langenbeckstr. 1
D-55131 Mainz
Tel: 06131-17-0

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