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Universitäts-Hautklinik
 

Information zur DermoDyne®-Lichttherapie

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

mit dieser Information möchten wir Ihre Fragen zu der Behandlungsmöglichkeit mit dem DermoDyne®-Therapiesystem im Vorfeld einer möglichen persönlichen Untersuchung und Beratung so umfassend wie möglich beantworten. 

Bei dem DermoDyne®-Therapiesystem handelt es sich um Geräte, die zur Bestrahlung des gesamten Körpers mit intensivem blauen Licht vorgesehen sind. Das Licht ist entsprechend internationaler Normen frei von einem nennenswerten Anteil an ultravioletter Strahlung. Es sind daher die möglichen Nebenwirkungen einer Bestrahlung mit ultraviolettem Licht nicht zu befürchten.
Das intensive Licht mit einem Schwerpunkt der Wellenlängen im Bereich der Farbe blau wird nach einem Laser-ähnlichen Prinzip erzeugt, ist jedoch im engeren Sinne kein Laserlicht. Die hohe Bestrahlungsintensität erfordert jedoch das Tragen einer starken Schutzbrille sowie auch die Kühlung der Haut während der Behandlung.

Die Behandlung erfolgt in der Regel über 48 Minuten/Sitzung mit 5 Sitzungen/Woche entsprechend dem Krankheitsbild. Erfahrungsgemäß sind mind. 10, im Durchschnitt 25 und bei schweren Fällen bis zu 35 Bestrahlungen nötig, um eine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen, die im Vergleich zur Kortisontherapie auch längerfristig anhält. Die wiederholte Anwendung der Therapie mehrmals pro Jahr ist durchaus möglich. Während der Bestrahlung dürfen nur bestimmte Pflegemittel verwendet werden, da sonst eine Abschwächung der Wirkung durch bestimmte Inhaltsstoffe eintritt. 

Die Wirksamkeit der Lichttherapie mit dem DermoDyne®-Therapiesystem ist aus den klinischen Erfahrungen zur Behandlung einer Vielzahl von Patienten mit atopischem Ekzem, der Schuppenflechte und chronischen Handekzemen bekannt. Die genauen Abläufe, die diese Wirkung erklären, sind Gegenstand laufender Studien in unserer Klinik. 

Bekannt ist bisher, dass intensives sichtbares Licht, ähnlich wie ultraviolettes Licht oder eine Cortison-Therapie, eine Rückbildung der für die Erkrankung verantwortlichen Entzündung in der Haut auslöst. Im Gegensatz zu ultraviolettem Licht und Cortison schont sichtbares Licht jedoch wichtige Teile des Immunsystems der Haut, die für die längerfristige Kontrolle der Entzündung verantwortlich zu sein scheinen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse lässt sich die bei vielen Patienten beobachtete, sehr viel längere Abheilung der Erkrankung im Vergleich zur Cortison-Therapie erklären.

Eine Bestrahlung nach dem DermoDyne®-Prinzip ist nicht zu empfehlen bei Lichtüberempfindlichkeit, einer HIV-Infektion, Hepatitis, Krampfleiden oder einer Schwangerschaft. Zeitgleich sollte keine UV-Bestrahlung stattfinden und auch nicht mit Cortison-haltigen Salben behandelt werden oder Cortison innerlich eingenommen werden. Auch eine Desensibilisierungsbehandlung, wie sie beim Heuschnupfen durchgeführt wird, sollte vor der Behandlung beendet werden.
Die Behandlung eignet sich auch für die Therapie von Kindern.

An welchen weiteren Standorten eine Behandlung mit dem Ganzkörper-Therapiesystem aktuell ebenfalls möglich ist, erfahren Sie auf der Internet-Seite der Herstellerfirma (www.dermodyne.de). 

Die Ganzkörpertherapie wird mit einem festen Betrag für die einzelne Behandlung abgerechnet.
Die Behandlungskosten werden nach Antragstellung auf der Basis von Einzelfallprüfungen von einigen gesetzlichen Unfallversicherungen, privaten Krankenversicherungen und gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Eine Behandlung im Rahmen der normalen Überweisung in die Ambulanz der Hautklinik oder während eines stationären Aufenthaltes in der Hautklinik ist nicht möglich. 

Da viele Patienten größere Anfahrtswege für die Durchführung der Therapie auf sich nehmen müssen, und die Therapiekosten von den Krankenkassen nur im Einzelfall erstattet werden, empfehlen wir den Beginn der Behandlung nur, wenn die üblichen Therapieverfahren nicht ausreichend wirken oder es Gegenanzeigen wegen der Nebenwirkungen gibt. Die Therapie ist also keineswegs als Alternative zur Anwendung von Cortison oder ultraviolettem Licht gedacht, sondern eine zusätzliche Möglichkeit, wenn die herkömmlichen Therapien nicht ausreichend wirken oder nur für kurze Zeit eine Besserung erzielen können.

Die Therapie mit dem DermoDyne®-System ist Bestandteil der Schulmedizin und keineswegs ein Verfahren der so genannten alternativen Medizin oder Erfahrungsheilkunde. 

Falls Sie nach Lesen dieser Information zu dem Ergebnis kommen, dass die dargestellten Voraussetzungen für die Behandlung mit dem DermoDyne®-Therapiesystem für Ihre Hauterkrankung erfüllt sind, und Sie sich für die konkrete Planung dieser Therapie interessieren, so nehmen Sie bitte mit der 

Berufsdermatologischen Ambulanz
der Hautklinik Mainz
Tel.: 06131 172956 oder 173676 (vormittags)
Fax: 06131 174379
E-Mail: alexandra.hild@unimedizin-mainz.de   

Kontakt auf. Sie erhalten weitere Informationen und können danach einen Termin für ein Vorgespräch vereinbaren. 

Bitte bringen Sie eine gültige Überweisung für die Hautklinik zu dieser Untersuchung mit sowie auch Ihnen verfügbare Informationen über bisherige Behandlungen und Ergebnisse von Allergietests. 

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Kapazitätsgründen diese Termine nur bei Interesse an der Therapie vergeben können. Allgemeine Beratungen und Therapien bei atopischem Ekzem oder Psoriasis erfolgen durch die Ambulanz der Hautklinik. 

Soweit diese Informationsschrift Ihre Fragen nicht bereits beantwortet, und Sie die Vereinbarung eines Termins noch von weiteren speziellen Informationen abhängig machen müssen, so können Sie mit dem Leiter der Berufsdermatologischen Ambulanz, Herrn Priv.-Doz. Dr. D. Becker, auch persönlich sprechen (Tel.: 06131 173679). Wir bitten Sie, solche Anfragen allerdings nur auf die DermoDyne®-Therapie zu begrenzen.

Leitung

PD Dr. med. Detlef Becker
Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Zusatzbezeichnung Allergologie, Umweltmedizin, Berufsdermatologie (ABD)

Anmeldung

Tel.: 06131 17-3676 / 17-2956

Anmeldeformular (828 KB)

Kontakt

PD Dr. med. Detlef Becker
Hautklinik und Poliklinik
der Universitätsmedizin,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel.: 06131 17–3679
Fax: 06131 17–4379